Jürgen Klopp, der sich einst als „links“ bezeichnete, scheint seine politischen Überzeugungen nun gegen ein lukratives Gehalt eingetauscht zu haben. Ab Januar 2025 wird er als „Global Head of Soccer“ für Red Bull tätig sein.
Der überraschende Wechsel
Klopp, der noch vor kurzem von Erschöpfung sprach und eine Auszeit vom Fußball nehmen wollte, hat anscheinend seine Batterien schneller aufgeladen als erwartet. Da macht ein Engagement bei beim (Achtung Ironie) Rasenballsport Leipzig Sinn. Denn ein Red Bull hat eine Menge Koffein und scheint wach zu machen.
Embed from Getty ImagesFußballstratege übernimmt globale Schlüsselrolle
Der ehemaliger Coach von Mainz, Dortmund und Liverpool wird künftig eine zentrale Position im weltweiten Fußballnetzwerk des bekannten österreichischen Energydrink-Herstellers einnehmen.
In seiner neuen Funktion wird er die strategische Ausrichtung der verschiedenen Fußballvereine koordinieren, die unter dem Banner des Unternehmens agieren. Sein Verantwortungsbereich erstreckt sich über mehrere Kontinente und umfasst Klubs in Deutschland, Österreich, den USA, Brasilien und Japan. Darunter befinden sich RB Leipzig , der schwächelnde Serienmeister Red Bull Salzburg, FC Liefering und New York Red Bulls
Auch der brasilianische Klub Red Bull Bragantino und Omiya Ardija in der Nähe von Tokio gehören zu diesem globalen Netzwerk. Kürzlich hat das Unternehmen zudem Anteile am traditionsreichen Leeds United erworben, was die Reichweite des Netzwerks weiter ausdehnt. In seiner neuen Rolle soll der Fußballstratege die Weiterentwicklung der charakteristischen Spielweise der Vereine vorantreiben.
Dabei soll er seine umfangreiche Erfahrung in der Talentidentifikation einbringen und bei der Auswahl von Trainern sowie vielversprechenden Nachwuchsspielern beratend tätig sein. Seine Expertise und sein weitreichendes Netzwerk in der Fußballwelt werden dabei von unschätzbarem Wert sein. Abseits des Spielfelds wurde der renommierte Fußballexperte kürzlich für sein gesellschaftliches Engagement ausgezeichnet. Er erhielt den Verdienstorden eines süddeutschen Bundeslandes für seinen Einsatz gegen Diskriminierung. Nur wenige Tage zuvor wurde ihm bereits die höchste zivile Auszeichnung der Bundesrepublik vom Staatsoberhaupt überreicht.
Diese Ehrungen unterstreichen seine Bedeutung über den Sport hinaus und verdeutlichen sein hohes Ansehen in der Gesellschaft. Mit dieser neuen Position im internationalen Fußballgeschäft und seinen jüngsten Auszeichnungen für soziales Engagement setzt der ehemalige Bundesliga-Coach seinen beeindruckenden Werdegang fort und wird zweifellos die Entwicklung des globalen Fußballs weiterhin maßgeblich beeinflussen.
Ein Hauch von Ironie
Allerdings ist es schon amüsant, wie Klopp, der einst stolz seine linke Gesinnung betonte, nun für einen Konzern arbeitet, dessen verstorbener Gründer Dietrich Mateschitz eher rechts der Mitte stand. Vielleicht hofft Klopp, dem „Red-Bull-Fußball eine Seele zu geben“ – und nebenbei auch dem Unternehmen ein bisschen soziales Gewissen einzuflößen?
Das Gentlemen’s Agreement
Besonders pikant ist das angebliche „Gentlemen’s Agreement“, das Klopp erlauben soll, Red Bull für den Posten als Bundestrainer zu verlassen. Wie praktisch! So kann er jederzeit abspringen, falls ihm der Geschmack des Energy-Drinks nicht mehr zusagt.
Fazit
Jürgen Klopp, einst der Liebling der Fußballromantiker, ist nun also Teil des Red-Bull-Imperiums geworden. Man könnte fast meinen, er hätte Flügel bekommen – oder zumindest einen goldenen Käfig. Bleibt nur zu hoffen, dass er in seiner neuen Rolle nicht zu sehr „aufgepeppt“ wird und seinen bodenständigen Charme behält. Vielleicht sehen wir ihn ja bald in Werbespots, wie er grinsend eine Dose Red Bull in die Kamera hält und ruft: „You’ll never walk alone – mit Red Bull!“

